13.04.2013, von Mittelbayerische Zeitung

Großübung Donauölsperre

Orange „Schlange“ ist widerspenstig. www.mittelbayerische.de

Bad Abbach
Ein Großaufgebot von Feuerwehren tummelte sich am Samstag rund um den Yachthafen von Kapfelberg. Die Aufgabe des Vormittags bestand darin, eine komplette Gewässersperre auf der Donau zu errichten. Mit der Unterstützung des Technischen Hilfswerks (THW) Kelheim galt es, den orangen, 400 Meter langen Schwimmkörper von der rechten Donauseite gegen die Strömung zur linken Uferseite zu bringen. Dabei stammten jeweils 100 Meter von den Feuerwehren aus Pentling und Abensberg. Die restlichen 200 Meter der Ölsperre kamen von der Feuerwehr Bad Abbach. Nachdem die Vorbereitungen auf der rechten Donauseite abgeschlossen und das Ende der Ölsperre sicher am Ufer befestigt worden war, begann die Übung: Die Feuerwehrführung des Landkreises Kelheim, vertreten durch Kreisbrandrat Nikolaus Höfler, gab pünktlich um 9.48 Uhr den Startschuss. Auch Zugführer Markus Hofer vom THW erteilte „seinen“ Bootsleuten auf dem Wasser die ersten Anweisungen per Funkspruch.

Anfang der Sperre ging unter

Doch voran ging gleich zu Beginn erst einmal gar nichts. Wollten die Helfer des THW-Ortsverbandes Kelheim den Anfang der Sperre am Boot befestigen, ging diese nur wenige Minuten später einfach unter. „Trotz des Schwimmers, der sich am vorderen Teil des Schwimmkörpers befindet und alles über Wasser halten soll, ist das Gewicht zu schwer“, erklärte Nikolaus Höfler. Die Stahlseile, Haken und Verankerungen, die den Anfang der Ölsperre am Boot halten sollen, waren so einfach viel zu schwer, um dieses enorme Gewicht über der Wasseroberfläche zu halten. Also hieß es Kommando zurück und alles noch einmal an Land bringen. Nach einem kurzen Fachsimpeln der einzelnen Feuerwehrführungskräfte war klar, dass ein zweiter Schwimmkörper benötigt wird.

Und nach wenigen Minuten versuchten es die Einsatzkräfte erneut und hatten Erfolg. Immer einen Blick auf die Großübung hatte auch Thomas Weitzel von der Betreibergesellschaft der Mitteleuropäischen Rohölleitung (MERO). „Es ist mit Abstand die größte Ölsperre in der Region“, so Weitzel. Die nächst kleinere gebe es in der Nähe von Cham, die gerade einmal eine Länge von circa 100 Metern habe.

Auf dem Wasser kämpften die Helfer weiter mit der Ölsperre und da wartete auch schon das nächste Übel: Eine der Sicherheitsleinen verfing sich unter einem Boot, und so hieß es erst einmal erneut „Maschinen stopp“. Nun wurde das Boot der Bad Abbacher Kameraden benötigt, um die Seile wieder los zu bekommen. Bad Abbachs Bürgermeister Ludwig Wachs, der auch am Ufer eintraf, sah der ganzen Situation gelassen entgegen. „Was heute bei dieser Übung nicht klappt, kann man das nächste Mal abstellen. Übungen sind dazu da, um aus den Fehlern zu lernen.“ In der Früh hatte bereits Landrat Dr. Hubert Faltermeier die Übung verfolgt. Auch Kelheims Bürgermeister Fritz Mathes war vor Ort.

Die Seile waren wieder frei und langsam aber sicher wurde der leuchtend orange Schwimmkörper über die Donau gebracht. Alles schien zu funktionieren, doch plötzlich riss das Verbindungsstück zwischen Kunststoff und Halterung am rechten Uferrand. Nun hing nur noch das eine Ende der Ölsperre am Boot fest. Der Rest trieb langsam auf der Donau vor sich hin. Kreisbrandrat Nikolaus Höfler sagte: „Ich kann es mir nicht erklären, wie das passieren konnte, aber vermutlich ist diese Sperre einfach nicht für solch eine große Distanz ausgelegt.“

Lagebesprechung in Bad Abbach

Blickte man am Ende der Übung auf das Material, so hatte Höfler recht, denn am Ende war der Kunststoff gerade an der Befestigung zum Ufer abgerissen und das, obwohl noch nicht einmal großer Lastendruck auf der Sperre war. Um den Schaden zu beheben und die treibende Ölsperre einzufangen, orderten die Verantwortlichen alle Einsatzkräfte zur linken Uferseite. Dort zogen die Helfer die Schwimmkörper wieder aus der Donau heraus. Zur großen Lagebesprechung und dem Fazit der Übung ging es dann für alle Teilnehmer ins Gerätehaus der Feuerwehr Bad Abbach. Im Anschluss daran sagte Höfler zur MZ, dass „verschiedene Schwachstellen erkannt wurden“. Diese werden jetzt systematisch nachgebessert in Verbindung mit der MERO. Vermutlich nächstes Jahr werde die nächste Ölsperren-Übung sein.

Textquelle Mittelbayerische Zeitung


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